Vom Dealer zum Helfer: Meine Geschichte – präsentiert im Ausbildungsinstitut der American Probation and Parole Association 2025

Billa Nanra berichtet über seine Erfahrungen mit dem Friedens-Bildungs-Programm und wie es für ihn war, seine Geschichte beim Ausbildungsinstitut der American Probation and Parole Association (APPA) zu präsentieren.

Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit, anlässlich des 50-jährigen Bestehens der American Probation and Parole Association (APPA) eine Präsentation in ihrem Ausbildungsinstitut in New York zu halten. Die APPA ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in den USA, die Fachkräfte im Bereich Bewährung und Rehabilitation durch Schulungen, Netzwerktreffen etc. unterstützt.

Auch wenn ich selbst kein Fachmann für Bewährung und Rehabilitation bin, aber auf dem Gebiet kenne ich mich gut aus. Ich habe jahrelang Inhaftierung, Sucht und Bewährung durchlebt. Und in den letzten fünf Jahren habe ich Menschen auf ihrem Weg der Rehabilitierung und Selbstfindung begleitet.

Bei der APPA-Konferenz Ende August dieses Jahres habe ich über meine persönlichen Erfahrungen erzählt: den Kreislauf von Sucht und Inhaftierung und dann hin zu Stabilität und Selbstvertrauen – und diese Transformation begann mit dem Friedens-Bildungs-Programm der Prem Rawat Foundation (TPRF). Begleitet wurde ich von meinen Kollegen Dr. Mitesh Desai, einem Mediziner aus dem Vereinigten Königreich, und Julie Truschel, Gründerin und CEO des Projekts „Supervision Around the World“, die das Gespräch einleitete und moderierte.

Billa Nanra shares his perspective to APPA training attendees on what is was like to go from dealer to healer.

Obwohl ich schon öfter bei solchen Konferenzen präsentiert habe, bin ich vorher immer aufgeregt – aber es ist eine gute Art von Aufregung. TPRF zu repräsentieren ist eine Verantwortung, die ich ernst nehme. Ich empfinde es als Ehre und Privileg, das zu tun.

Es ist wichtig für Mitarbeitende im Bereich Bewährung und Rehabilitation, von der Art innerer Veränderung zu hören, die jemandem wie mir geholfen hat, aus dem System auszusteigen – endgültig und als besserer Mensch. Die Rückfallquoten sind hoch, und ich hoffe, meine Geschichte zeigt, dass Veränderung möglich ist. Wenn ich es schaffen kann, dann kann es jeder schaffen.

Das Friedens-Bildungs-Programm war grundlegend für meine Verhaltensänderung. Das Programm besteht aus einer Reihe videobasierter Workshops, die auf innere Stärken abzielen. Sie konzentrieren sich auf zehn Themen: Frieden, Wertschätzung, Innere Stärke, Selbstwahrnehmung, Klarheit, Verständnis, Würde, Wahlfreiheit, Hoffnung und Zufriedenheit. Jede Session half mir, mich diesen Teilen von mir selbst anzunähern. Besonders gefällt mir das Kursthema Selbstwahrnehmung und das Konzept, den „guten Wolf“ in uns zu füttern.

Ich nahm im Oktober 2018 im Gefängnis von Leeds (UK) an dem Programm teil, und mir wurde klar: Entweder kann ich so weitermachen mit einem Leben zwischen Gefängnis und Freiheit und wieder Gefängnis, oder ich kann versuchen, meinem Leben eine andere Richtung zu geben. Diese Erkenntnis kam mir, als ich mich in meinem Zellentrakt umschaute und dachte: „Das will ich nicht mehr.“

Manchmal werde ich nach meinem Weg vom „Dealer“ zum „Leader“ gefragt, aber ich sehe mich nicht so sehr als Anführer, sondern eher als Helfer. Ehrlich gesagt gehe ich lieber mit gutem Beispiel voran, statt anderen zu sagen, was sie tun sollen. Seit ich im Oktober 2020 aus dem Gefängnis entlassen wurde, habe ich regelmäßig Kurse des Friedens-Bildungs-Programms durchgeführt und versucht, so viele Kerzen wie möglich zu entzünden. Ich gehe total in diesem Programm auf. Derzeit mache ich sieben Kurse pro Woche – sechs mit Männergruppen und einen mit einer Frauengruppe, alle im offenen Strafvollzug.

Der einfache Teil war, von den Drogen loszukommen; der schwierige Teil war, dauerhaft clean zu bleiben. Heute habe ich als „Droge meiner Wahl“ Glück, Freude und Leben. Viele, die an dem Programm teilnehmen, leiden unter Traumata, psychischen Problemen und Störungen wie ADHS oder Drogenmissbrauch. Das Friedens-Bildungs-Programm hält ihnen einen Spiegel vor, sodass sie sich als Mensch erkennen können – was im Strafvollzugssystem nicht oft vorkommt.

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Meine Verbindung mit den Teilnehmenden beruht auf eigenen Erfahrungen. Ich erzähle ihnen ehrlich, was ich erlebt habe, und zeige auch meine Doku „Slaying the Dragon – Den Drachen bezwingen“. Zu sehen, wie sie sich verändern, wie sie Verantwortung übernehmen und zu eigener Stärke finden, ist sehr bewegend. Da ist so vieles von mir, was ich in ihnen wiedererkenne. Wie Prem Rawat sagt: „Was zählt, ist das Heute.“ Stück für Stück, Tag für Tag sieht deine Vergangenheit besser und deine Zukunft hoffnungsvoller aus.

Ich habe mich sehr gefreut, dieses Jahr bei der APPA zu präsentieren, weil ich helfen möchte, das Friedens-Bildungs-Programm in möglichst viele Bereiche des Strafvollzugssystems und in die breitere Öffentlichkeit zu tragen. Ich wünsche mir mehr Investitionen und Engagement, um das Wohlbefinden der Menschen zu unterstützen. Die Wiedereingliederung ist ein entscheidender Teil des Prozesses, in seinem Umfeld wieder Fuß zu fassen.

Heute bin ich glücklicher, als ich es mir je erträumt habe. Für mich ist jeder Tag ein Schultag – mit Klarheit im Kopf, Dankbarkeit im Herzen und natürlich Essen im Bauch.

Den Freiwilligen, mit denen ich zusammenarbeite, möchte ich für ihr unerschütterliches Engagement, ihre Anleitung und Unterstützung danken. Und schließlich Herrn Prem Rawat: Danke, dass Sie meine Kerze entzündet haben. Mein Leben hat sich auf eine Weise verwandelt, die ich mir nie hätte vorstellen können.

Leben – das ist heute die Droge meiner Wahl.