Billa Nanra und das Friedens-Bildungs-Programm: Eine Erfolgsgeschichte

Am 2. Juni wird Billa Nanra im Rahmen des Webinars „Expanding Hope“ über seine Erfahrungen mit dem Friedens-Bildungs-Programm berichten. Im Webinar wird ein Video von Prem Rawats Treffen mit ihm und anderen Teilnehmern des Friedens-Bildungs-Programms im HM Prison Leeds zu sehen sein. Hier können Sie mehr erfahren und sich zu dem kostenlosen Webinar anmelden. 

 

Das Leben nach dem „Drachentöten“ ist gut

Innerhalb weniger Jahre hat sich Billa Nanras Leben von Grund auf verändert: vom inhaftierten Heroinabhängigen und Dealer zum Friedensaktivisten und Leiter von Friedenskursen. Nanra schreibt diese Veränderung seiner Teilnahme am Friedens-Bildungs-Programm der Prem Rawat Foundation zu. Das Programm habe seine Sicht auf das Leben und auf sich selbst verändert und ihm geholfen, seine 22-jährige Heroinsucht zu überwinden – er nennt es „den Drachen töten“.

Heute hilft Nanra bei der Durchführung des Friedens-Bildungs-Programms sowohl innerhalb als auch außerhalb seines ehemaligen Gefängnisses. Sein Engagement, anderen mit dem Programm zu helfen, ist so stark, dass er im vergangenen Jahr vom New Leaf Network als Freiwilliger des Jahres ausgezeichnet wurde. Mit seinem Lernprozess und den Erfahrungen, die er anderen vermittelt, inspiriert er Menschen auf der ganzen Welt. Nanra erhielt kürzlich eine Einladung zum 6. Weltkongress für Bewährungshilfe in Den Haag, um dort über seine Erfahrungen mit dem Friedens-Bildungs-Programm zu sprechen. Sein Vortrag mit der Vorstellung des Programms auf diesem renommierten Kongress sprach ein großes Publikum an.

Vor vier Jahren hätte er sich nie vorstellen können, dort zu sein, wo er heute ist.

Nanra aus Bradford, England, landete im Gefängnis (HMP Leeds), nachdem er jahrelang seine Drogensucht mit Dealen finanziert hatte. Er beschreibt das Gefängnis als „eine dunkle, dunkle Welt“.

 

Das Licht im Dunkel

Eines Morgens, als Nanra im Gefängnis auf seine Methadonbehandlung wartete, entdeckte er das Friedens-Bildungs-Programm, das sein Leben verändern sollte.

„Ich sah ein Plakat mit der Aufschrift ‚Friedens-Bildungs-Programm‘, das mir aus irgendeinem Grund ins Auge fiel. Darauf standen Worte wie Frieden, Würde, innere Stärke. Ich dachte: ‚Das will ich auch.‘“

Nanra sagt, das Programm habe sein Leben grundlegend verändert. „Ich hatte ganz vergessen, wie man lebt.“

Seine Teilnahme an einem Kurs des Friedens-Bildungs-Programms im Gefängnis setzte eine tiefgreifende Veränderung in seinem Leben in Gang. Er war so tief berührt, dass er seine Methadondosis innerhalb von zwei bis drei Monaten reduzieren konnte.

„Ich hatte so viele Jahre lang versucht, dieses Loch in mir zu füllen, und jetzt fülle ich es mit etwas Positivem, etwas Wunderbarem“, sagt er.

Heute inspiriert er andere, die einen Weg zu einem besseren Leben außerhalb der Gefängnismauern finden wollen.

In dem folgenden Dokumentarfilm sehen Sie, wie Nanra über seine Erfahrungen mit Drogenmissbrauch, Gefängnisaufenthalt und dem Friedens-Bildungs-Programm berichtet.

 

Das Leben draußen

Nanra sagt, das Leben im Gefängnis sei schrecklich, aber das Leben draußen in der normalen Gesellschaft sei auch kein Kinderspiel. So hatte er aufgrund seiner Vorstrafen Probleme, Arbeit zu finden. Die meisten Menschen begegnen ehemaligen Gefängnisinsassen mit Misstrauen. Es gibt auch nicht viel Hilfe. „Die Leute speisen einen ab“, sagt er.

Viele, die noch in Haft sind, haben Angst davor, wie sie Nanra mitteilen. Die Männer fragen sich, wie sie „draußen“ zurechtkommen sollen. Sie fragen sich, wie ihre Familie oder Freunde sich ihnen gegenüber verhalten werden. Und sie fragen sich, ob und welche finanzielle Unterstützung sie erhalten, wenn sie auf Arbeitssuche sind. Ohne Unterstützung kann es verlockend sein, in alte Muster zurückzufallen, die überhaupt erst zur Inhaftierung geführt haben.

Eine im Journal of Developmental and Life-Course Criminology veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass „soziale Unterstützung ein grundlegender Faktor im Ausstiegsprozess“ ist. Mit anderen Worten: Eine kontinuierliche Unterstützung durch die Gemeinschaft ist unabdingbar, um zu verhindern, dass ehemalige Straftäter rückfällig werden.

 

Die Entdeckung: PEAK

Nach seiner Entlassung fiel es Nanra schwer, sich wieder einzugliedern. Er erzählt, wie real die Ängste sind: Er konnte keine Arbeit finden, und er hatte keinen Rückhalt von seiner Familie oder anderen Menschen in seinem Umfeld.

Zu Anfang jedenfalls.

Dass er heute glücklich und gefestigt ist, führt Nanra auf das Friedens-Bildungs-Programm zurück, das er im Gefängnis kennengelernt hat und für das er sehr dankbar ist. An die starke emotionale und psychologische Wirkung, die es auf ihn hatte, wollte er nach seiner Entlassung wieder anknüpfen. Er war mit den ehrenamtlichen Betreuern des Programms in Kontakt geblieben und ahnte, dass man von dem Programm nicht nur im Gefängnis profitieren kann … und er lag richtig.

Weitere Inspiration fand Nanra in Prem Rawats PEAK-Kurs. In diesem Kurs lernte er praktische Techniken für den Alltag, die ihm helfen, auch in schwierigen Lebenssituationen geerdet zu bleiben.

Zurück ins Gefängnis

Nachdem er Arbeit bei einem der Kursleiter des Programms gefunden hatte, dem er bei der Betreuung seines autistischen Kindes half, begann Nanra sich sicherer zu fühlen in dem, was er tun und wem er helfen konnte. Vor allem aber gewann er allmählich das Vertrauen der Menschen in seinem Umfeld wieder.

Möglich geworden sei das durch die veränderte Sichtweise auf sich selbst und andere. Außerdem fördere die Teilnahme am Friedens-Bildungs-Programm seine Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung und wecke in ihm den Wunsch, anderen zu helfen. So wie es ihm geholfen hatte, könne das Programm auch vielen anderen Inhaftierten zugutekommen.

Und so ging Nanra zurück ins Gefängnis. Diesmal als ehrenamtlicher Kursleiter.

Nanra begann, dreimal pro Woche Kurse des Friedens-Bildungs-Programms im HMP Leeds durchzuführen. Doch auch wenn ihm die Arbeit im Gefängnis Spaß macht, genießt er das Gefühl, hinterher die Gefängnismauern verlassen zu können. „Wenn ich aus dem Gefängnis hinausgehe, merke ich immer, wie viel süßer die Luft draußen ist“, sagt er.

Diejenigen, die noch im Gefängnis sind, werden vielleicht noch einige Zeit auf diese Art Freiheit verzichten müssen, aber sie profitieren von Nanras verständnisvoller Arbeit.

„Ich beurteile sie nicht“, sagt Nanra. „Ich sage ihnen, dass ich mich von ihnen genauso inspiriert fühle wie sie von mir.“

Weiter erzählt er: „Das Interessante ist, da gibt es diese großen, knallharten Typen, die sagen: ‚Frieden? Ich brauche keinen Frieden!‘ Und dann, nach fünf Workshops, sind sie die größten Fans des Programms.“

Das Programm nimmt Fahrt auf

Es überrascht nicht, dass Nanra als ehemaliger Strafgefangener ein großartiges Vorbild für die Insassen ist, die ihr Leben ändern wollen. Die Programmteilnehmer haben keine Berührungsängste, wenn sie mit ihm sprechen. Allerdings bleibt er in seinen Erwartungen ihnen gegenüber realistisch, wie er sagt.

In der Tat stieg die Zahl derer, die am Friedens-Bildungs-Programm im HMP Leeds teilnehmen wollten, nach Nanras erster Teilnahme drastisch an. Das Programm war zunächst in einem Trakt des Gefängnisses durchgeführt worden und wurde dann auf alle sechs Trakte ausgeweitet.

Es ist sehr inspirierend zu hören, was die Teilnehmer über ihre Erfahrungen mit dem Programm berichten.

Hier sind einige Kommentare von Insassen des „Bravo“-Trakts im HMP Leeds:

„Großartige Sitzungen, ich habe Dinge gelernt, die mir in Zukunft helfen werden. Ich habe erkannt, dass das, was wir in unserem Leben haben, ein Geschenk ist, und es hat mich dazu gebracht, mir Gedanken darüber zu machen, wie ich meine Zeit sinnvoll nutzen kann.“

„Ich nominiere Billa für den Butler Trust Award (eine Auszeichnung für herausragende Arbeit im regionalen Strafvollzug). Er war mir mit diesem Friedens-Bildungs-Programm im Gefängnis eine große Hilfe, es hat meiner psychischen Gesundheit gutgetan. Weiter so und vielen Dank! Ich weiß das sehr zu schätzen.“

„War sehr gut. Hat mir geholfen, gewalttätige Gedanken auf ein positiveres Gleis zu lenken. Mit positivem Denken kann ich einen Schritt zurückzutreten, bevor ich reagiere.“

„Ich nehme schon eine Weile am Friedens-Bildungs-Programm teil, das Billa seit einiger Zeit durchführt. Ich freue mich sehr auf die Workshops am Montagnachmittag, denn sie haben mir geholfen, Ordnung in meinem Kopf zu schaffen.“

 

Globale Wirkung

Ihre positiven Erfahrungen werden von mehr und mehr Programmteilnehmern in Gefängnissen auf der ganzen Welt bestätigt.

Eine umfassende Folgenabschätzung in Strafvollzugsanstalten in sieben Ländern auf vier Kontinenten ergab, dass die Workshops „eine sehr positive Wirkung auf die Teilnehmer haben“. Die Ergebnisse zeigten eine verbesserte Einstellung der Teilnehmer, z.B. was das Gefühl der Selbstbestimmung und die Bereitschaft zur Veränderung betrifft, und eine Verhaltensänderung, z.B. verbesserte Aggressionsbewältigung und verringerte Gewaltbereitschaft.

Der Haupteingang des HM Gefängnisses in Leeds, England. Das alte Steingebäude mit seinem grünen eisernen Eingangsportal erinnert an ein Schloss.

Das HM Gefängnis Leeds, England

Frieden finden im Gefängnis

„Was zählt, ist im Moment zu sein – im Heute. Denn nur so kann man das Leben gestalten und erleben. Auch im Gefängnis.“ – Billa Nanra

„Im Moment sein“ ist Billas Motto. Einsichten wie diese, die er aus dem Friedens-Bildungs-Programm gewonnen hat, helfen ihm, sich auf das Positive zu konzentrieren. Gefängnismauern können die körperliche, nicht aber die geistige Freiheit einschränken.

Bei einer erstmaligen Veranstaltung dieser Art im HMP Leeds hatte Nanra die Gelegenheit, seine Erkenntnisse und die Bühne mit einem Menschen zu teilen, der eine Schlüsselfigur für sein neues Leben ist.

Prem Rawat, dessen Vorträge das Herzstück des Friedens-Bildungs-Programms bilden, wurde eingeladen, am 26. Juli 2023 im HMP Leeds zu sprechen. Er sprach vor einem Publikum, das sich aus Gefängnispersonal und Insassen zusammensetzte. Seine Botschaft: Frieden ist jederzeit und überall erlebbar. Die Einladung entstand aus dem Wunsch vonseiten der Programmteilnehmer und des Personals, den weltbekannten Friedenspädagogen Prem Rawat kennenzulernen.

 

Danke, Prem Rawat

Nach ihren positiven Erfahrungen wollten viele Programmteilnehmer Prem Rawat und den Moderatoren für ihre lebensverändernde Arbeit danken. Einer sagte Folgendes:

„Seit ich mit dem Friedens-(Bildungs-)Programm angefangen habe, sehe ich die Welt mit anderen Augen. Ich habe mein Leben immer als halb leer gesehen. Nachdem ich Ihren Kurs besucht habe, sehe ich es jetzt als halb voll. Dafür möchte ich Ihnen, Prem Rawat, und den Helfern danken.“

Bisher haben in diesem Gefängnis 750 Personen an dem Programm teilgenommen. Da das Programm bereits seit sieben Jahren läuft, konnte seine Wirksamkeit umfassend evaluiert werden. Der stellvertretende Verwaltungschef des Gefängnisses, Mark Scott, gab ein sehr positives Feedback. Die Gefängnisbeamten haben festgestellt, dass das Programm nicht nur zu Verbesserungen für die Insassen selbst geführt hat, sondern sich auch spürbar auf die Bürgerschaft in Leeds ausgewirkt hat.

Während der Veranstaltung wurde Nanra, der seine Rede sorgfältig vorbereitet hatte, plötzlich von Lampenfieber übermannt. Er wandte sich an einen der Veranstalter und bat um Rat. „Hör beim Sprechen einfach auf dein Herz“, lautete die Antwort. Und genau das tat er. Es überrascht nicht, dass seine direkten, ungekünstelten Erzählungen über seinen eigenen Weg zu Frieden und Selbsterkenntnis bei den Zuhörern gut ankamen.

Ein Highlight für Nanra war, dass er Prem Rawat die Fragen der Teilnehmer vorlesen durfte, z.B. die folgende: „Woran erkenne ich, dass ich Frieden gefunden habe?“

Prem Rawat erwiderte darauf: „Frieden ist, nach Hause zu finden. Frieden ist, nach Hause zu kommen. Frieden ist, sich selbst zu finden. Frieden ist, das kleine Licht zu finden, das am Ufer aufleuchtet. Wo man schon beim Anblick weiß, dass man in Sicherheit ist. Und manchmal ist man mitten im Sturm. Aber sobald man dieses Licht sieht, weiß man, dass alles gut wird.“

 

Weltweites Interesse

Billa Nanras inspirierende Geschichte hat Menschen weltweit erreicht. Nanra hat das Friedens-Bildungs-Programm sowohl virtuell als auch persönlich vor Ort präsentiert. Im Anschluss an einen Workshop für die Alberta Correctional Education Association (ACEA) meldeten sich elf Lehrer und Supervisoren für den Kurs an.

Vor Kurzem wurde Nanra auf dem 6. Weltkongress für Bewährungshilfe in Den Haag auf der Bühne interviewt. Das Interview zog viele Zuschauer an und weckte bei Vertretern der Bewährungshilfe aus mehreren Ländern Interesse am Friedens-Bildungs-Programm.

Hören Sie, was Billa Nanra über seine Erfahrungen zu berichten hat, und sehen Sie die Videopremiere von Prem Rawats Veranstaltung im HM Prison Leeds, indem Sie an dem Webinar „Expanding Hope“ am 2. Juni teilnehmen. Hier können Sie mehr erfahren und sich zu dem kostenlosen Webinar anmelden.

Billa Nanra im schwarzen T-Shirt mit einem Zitat von Prem Rawat: Was du übst, darin wirst du gut.

Eine verheißungsvolle Zukunft

„Ich möchte einfach nur glücklich sein“, sagt Billa Nanra, der seit sechs Jahren heroinfrei ist.

Einen Teil dieses Glücks verdankt er seiner Arbeit für das Friedens-Bildungs-Programm, mit dem er anderen bei der Überwindung von Drogenmissbrauch und ähnlichen Problemen helfen will, mit denen er selbst konfrontiert war. Der Podcast, den er als weitere Plattform betreibt, um seine Geschichte zu erzählen, spricht Menschen auf der ganzen Welt an, die auf der Suche nach Hoffnung und Orientierung sind. Mit der Art, wie er seinen persönlichen Weg schildert, unverblümt ehrlich und bescheiden, bricht er das Eis und hilft Menschen, die dort sind, wo er gewesen ist. Aber nicht nur ihnen, sondern der breiten Bevölkerung bietet der Podcast wertvolle Einblicke und Denkanstöße.

Hier geht es zu Nanras Podcast: „Wie ich den Drachen erschlug: Billa Nanra“.

Nanra freut sich auf weitere Podcasts. So plant er, andere Ex-Häftlinge zu interviewen, die während ihrer Haftzeit am Friedens-Bildungs-Programm teilgenommen haben. Er denkt auch über eine weitere Podcast-Folge nach, „Wie ich den Drachen erschlug – Teil 2“, in der er erzählen will, wie sein Weg weiterging – die Herausforderungen, die Erfolge und alles dazwischen.

 

Billa Nanra gives the peace sign with his hands while showing the back of his T-shirt which has the word

Billa macht das Peace-Zeichen

FUN FACTS:

  • Sein Großvater gab ihm den Spitznamen „Billa“ („Kater“)
  • Er ist verlobt und wird bald heiraten
  • Musik, die ihn motiviert: 80er-Jahre-Disco (besonders von Sylvester) und Livemusik
  • Er ist Fan der Fußballmannschaft Manchester United
  • Billa spricht Hindi, Punjabi und Englisch
  • Als Grußformel benutzt er „Namaskar“, was mehr spirituelle Tiefe ausdrückt als das informellere „Namaste“

 

Hier erfahren Sie mehr über das Friedens-Bildungs-Programm.

 

 

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